Bruno Karrer

Komponist

Werkliste

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GENRE: Alle, Solo, Kammermusik, Ensemble, Orchester, Konzert, Vokalwerke, Chor, Oper,

INSTRUMENT: Fl., Ob., Kl., Fag., Sax., Trp., Pos., Hrn., Tub., Vl., Vla., Vlc., Kb., Pno., Cemb., Org., Akk., Perc., Git., Hrf., Kantele, Gesang, Variabel,

Information

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Bruno Karrer (25.12.1956) 

An der Musikhochschule Winterthur erwarb Bruno Karrer das Konzertdiplom für Gitarre (nach Abschluss der Lehrerausbildung in Rorschach). Danach folgten Studien in Theorie und Komposition. Er konzertierte in verschiedenen Kammermusikbesetzungen wie auch solistisch. Als Professor für Musiktheorie, Komposition (ergänzt mit Kursen für Musikgeschichte und Kammermusik) doziert er seit 1986 an der Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK (ehemals Hochschule für Musik und Theater Winterthur-Zürich, HMT).

 

Die kompositorische Auseinandersetzung wurde seit 1987 immer zentraler und schlug sich in zahlreichen Werken nieder, die meisten geschrieben im Auftrag verschiedener in- und ausländischer Interpreten, Ensembles und Institutionen (Pro Helvetia, Schweizerischer Tonkünstlerverein, Passages Européens, Open Opera St.Gallen, Musikpodium Zürich u.a.). 1992 Gewinner eines Werkbeitrages der Stadt St.Gallen, 1998 Gewinner eines Werkbeitrages des Kanton St.Gallen. Teilnahme an verschiedenen Festivals für Neue Musik im In- und Ausland.

 

Er setzte und setzt sich auch aktiv für die Realisierung und lebendige Vermittlung von Neuer Musik ein, unter anderem durch die Mitarbeit bei newartmusic/contrapunkt St.Gallen (seit 1992, 2005-2014 als Präsident).

 

Ausgehend von der Ästhetik und den Techniken der klassischen Avantgarde gelangte Bruno Karrer zu einer von gefestigten Stilen unabhängigen Schreibweise. Dabei steht die Suche nach dichtesten musikalischen Aussagen mit einfachsten Mitteln im Zentrum. Aussage und Mittel stehen dabei zueinander wie Emotion und Konstruktion – sie befruchten und bedingen sich gegenseitig.

  • bis 2014

    Präsident des Vereins newartmusic/contrapunkt, St.Gallen (IGNM)

  • Seit 1986

    Professor für Musiktheorie und Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)

  • 1985

    Diplom Musiktheorie

  • 1981

    Konzertdiplom für klassische Gitarre

  • 1977

    Diplom Primarlehrer

  • Presse

    Presse

    • Aargauer Zeitung
      «Vielleicht der musikalische Höhepunkt aber blieb Bruno Karrers ‹Klingt es lange fort›, dem die Sopranistin Kornelia Bruggmann mit Nuancenreichtum und der Spannkraft ihrer Stimme zu unerhörter Intensität verhalf :...das war beinahe ein mystisches Erlebnis.»
    • Neue Zürcher Zeitung
      «...doch am Ende packt das schlechte Gewissen die Musik; die in Tonleitern sedimentierten Gehalte - vom Blues bis zur Etüde - führen, grobschlächtig ironisch, zur Allerweltsmelodie.»
    • Die Ostschweiz
      «Mit angehaltenem Atem wartete das Publikum das Verklingen der letzten Schwingung ab - und war begeistert. Die unmögliche Aufgabe, den Grenzbereich zwischen Improvisation und Komposition auszuloten, ist Bruno Karrer hervorragend geglückt.»
    • Die Ostschweiz
      «Eine Musik, die sich scheinbar nicht bewegt, machte vor allem die seriöse Struktur des Aufbaus hörbar.»
    • Kaleva, Finnland
      «Das Werk Karrers ist puzzleartig aus kleinen Stücken zusammengestellt und der Komponist scheint Teile eines zerrissenen Spiegels schelmisch für ein neues Bild zusammen zu suchen»
    • Die Ostschweiz
      «..., anspruchsvoll und dankbar für den Interpreten, abwechslungsreich zu hören. Man spürt etwas Donaueschinger Einfluss, aber das ist kein Nachteil.»
    • Der Toggenburger
      «Der Höhepunkt des Abends dauerte 15 Minuten, und diese brauchte es, um sich an den fragilen Klang der Viertelton-Bassquerflöte verbunden mit der kristallinen Bestimmtheit des Klaviers, zu gewöhnen.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Bruno Karrers Zeit-Komposition wurde ebenso wie die vollendete Interpretation mit grossem Beifall aufgenommen.»
    • Die Ostschweiz
      «Stetig pulsierend schiebt sich eine zweite Schicht in Variationen über den Grund, nach dem sie fragt. Eine Musik, die neben dem Spätwerk von John Cage besteht, weil sie so offen bleibt und als architektonisches Gebildevon höchster Konzentration überzeugt.»
    • St.Galler Tagblatt
      «...in traditioneller Schreibweise notiert, gewinnt das rund zwanzigminütige Werk seine Charakteristik durch die Rückbesinnung auf alte Techniken wie Kanon und Geschlossenheit in der Form, wagte aber auch den Aufbruch in neue musikalische Bereiche.»
    • Zürcher Tagesanzeiger
      «...eine Musik die mäandrisch fliesst, sich verzweigt, wieder zusammenkommt, schlüssig in der Hörgestalt, aber für die Ausführenden nicht leicht zu koordinieren. Die Kommunikation läuft über die Musik, die Partitur, das Instrument - und diese nonverbale Methode funktioniert halt immer noch.» (über die Probenarbeit mit einem belorussischen Ensemble)
    • St.Galler Tagblatt
      «Bruno Karrers Komposition ‹Mäander› stellt Nebeneinander in verschiedenen Fliessgeschwindigkeiten dar, Ruhe und Bewegung plastisch und farbenreich musikalisch illustriert in vielschichtigen Verläufen.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Dort, wo er seine reichen Mittel am sparsamsten einsetzt, gelingt ihm zudem eine bemerkenswerte Sensibilisierung: Jeder herauftauchende Klang wird zum einzigartigen, furchterregend flüchtigen Ereignis - eine Metapher für musikalisches Geschehen überhaupt.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Ein Orgelton an der untersten Hörgrenze antwortet, ein vibrieren der Luft. Text hebt sich bruchstückhaft heraus.....Eine lange, unendlich feine Soprankantilene auf einen Text von Kierkegaard schwingt aus bis zum weit sich öffnenden letzten der Sieben Kreise.»
    • Thurgauer Volkszeitung
      «Mutige Annäherung : ...Die Speerspitze des Werks traf ins Ziel, möglicherweise auch in die Gemüter der Zuhörer...»
    • St.Galler Tagblatt
      «Karrer hat ein vielschichtiges, eindringliches Werk geschaffen.....Altes Testament und neuzeitlicher Zweifel ergaben in ihrer Aussagekraft und musikalischen Umsetzung ein geschlossenes und berührendes Ganzes. Karrers ‹Musik zu Ijob› hört man gerne wieder.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Höhepunkt des Abends aber war das Auftragswerk, das Bruno Karrer fünf Instrumentalisten auf den Leib geschrieben hat. ‹Stimmen› hat er ihnen gegeben: selbstbewusste und kraftvolle Stimmen, die an den Schnittstellen, wo eine der anderen das Wort erteilt, umso einfühlsamer sich um Dialoge bemühen müssen - was ihnen bei der Uraufführung auch überzeugend gelang.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Der Titel bleibt in Karrers Werk keineswegs nur kopfiges Programm, sondern wird hörbar durch die drei fliessend ineinander übergehenden Teile getragen. Überraschend auch die starke emotionale Komponente, die dem Violinkonzert tatsächlich eine gute Balance von Gefühl und Konstruktion angedeihen lässt.»
    • Schaffhauser Nachrichten
      «Es stand ein hervorragendes Interpretenquartett zur Verfügung, das mit Engagement und Können eine überzeugende Realisierung des nicht leicht zu koordinierenden Stückes sicherte. Stimmung, Ausdruck, Techniken werden in einfallsreicher Varietät kombiniert und verschaffen dem Stück eine faszinierende Wirkung. Die Aufführung in der St.Anna-Kapelle wurde schliesslich zu einem erfreulichen und herzlichen Publikumserfolg.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Für die Grösse seiner Besetzung - elffaches Blech plus zwei Perkussionisten - erstaunlich durchsichtig, nimmt es die Fast-Stille zum Ausgangspunkt und kehrt zu ihr zurück, die (wenigen) Entladungen dazwischen sind von manchmal geradezu schmerzender Intensität. Der in den unterschiedlichsten Dichte- und Stärkegraden aufgefächerte Klang verlieh Bruno Karrers Werk eine ganz eigene, spröde Sinnlichkeit, fremd und anziehend zugleich.»
    • Appenzeller Zeitung
      «...sinnlich und so anschaulich wie geheimnisvoll. Hinaus, hinein, auseinander, zueinander: Karrers Flächen stützen sich und er hält sie in Form. Bruno Karrers Musik ist ungewohnt, macht sich aber beim ersten Hören vertraut. Seine Klänge machen etwas mit dem Hörer. Bruno Karrer bildet die Farbwelt Rothkos nicht ab, ja es gelingt ihm, den Hörer zum Mitdenker und Mitspieler zu machen. Schliesslich ist ROTHKO II moderne Musik, die einmal nicht gegen den Hörer agiert.»
    • Aargauer Zeitung
      «Ohne vertonen, erklären oder deuten zu wollen, schafft Karrer sein eigenes Gemälde. Dieses ist, wie die Bilder Rothkos, grossflächig, voller Spannungen und Intensität. Lange gehaltene Akkorde wechseln ruhig und gleichmässig, nichtsdestoweniger herrscht flirrende Nervosität und Unsicherheit.»
    • St.Galler Tagblatt
      «...wie Zeit klingend zum Stillstand kommt und im Nu vergeht. Die Musik ist schlicht aber dringlich, sie nimmt den Worten nichts, unterstreicht nicht, bleibt fern aller Allüren und gibt einen persönlichen Zugang zu den Gedichten. Jede Miniatur wird aus einer Formidee gestaltet, mit verführerischer Klanglogik, die auch konventionelles Hören verführt.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Auch die ‹Walserfantasie› für Klavier erinnert an Schubert. Im unablässigen Aufgreifen des Hauptmotivs schafft Karrer ein fast zwanghaftes Drängen. In den Höhepunkten der schier überbordenden Ideenfülle trifft die Musik Walsers minutiöse Schrift einer grossen Innenwelt.»
    • St.Galler Tagblatt
      «So fesselt die Uraufführung  ‹Morgens in Castasegna› durch wenige, konsequent eingesetzte Mittel. Man kann den Tönen, ihrem Entstehen, fast  ‹Schritt für Schritt› folgen - intensiv.»
    • St.Galler Tagblatt
      «...zeichnet sich durch strukturelle Fasslichkeit aus und gemahnt zusammen mit den Wiederholungsprinzipien an Berios Fagott-Sequenza...»

      «Lange Klangbänder der Streicher, angetrieben durch einen beinah' swingenden Bass-Rhythmus im 10/4-Takt. Mit den Bläsereinwürfen werden die Klangfarben stetig verändert. Zweimal scheint die Zeit wie stillzustehen. Glühend.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Die zweite Kurzoper,  ‹schöne Frau auf einem Hirsch›, lebt nicht vom Rollentausch, sondern von der totalen Verstrickung in eine Rolle. Hier kommt niemand mehr aus vorgefertigten Mustern heraus. Das hat etwas Bedrückendes. Vordergründig hat Librettist Bernhard Kathan eine Fabel übers Vergessen, über Demenz geschrieben. In zweiter Ebene ist es ein Stück über eingefrorene Identitäten. Bruno Karrer hat dazu eindringlich dichte Musik geschaffen, die die Sänger in einer Palette von Tontrauben hält, die das Psychologische subtil unterstreicht und den Sängern an atonaler Einfühlung sehr viel abverlangt.»
    • Bündner Tagblatt
      «Bruno Karrer als Komponist und Bernhard Kathan haben ein erschütterndes Stück über eine an Alzheimer erkrankte Frau geschaffen:  ‹Schöne Frau auf einem Hirsch›, mit realistisch gezeichnetem Wolfs-Arzt und Klugscheissern, die labern und labern, während die kleine Welt aus den Fugen gerät. Die depressiv-atonal dunkle Musik dazu ist absolut kongruent.»
    • Neue Zürcher Zeitung
      «Mit einfachsten Mitteln erzeugt das Stück eine unmittelbar ansprechende Wirkung. Das eine Element bildet ein virtuoses Spiel auf dem ersten Manual, häufig pekusssiv, repetitiv oder mit Trillern angereichert. Das nzweite Element besteht aus zwei Kissen, die der Cambalist immer wieder auf das obere Manual drückt. Das erzeugt Clusters und ergibt zudem Echowirkungen beim Hämmern auf die untere Klaviatur.»
    • St.Galler Tagblatt
      «Zum Gegenpol zur Opulenz der drei anderen Partituren geriet Bruno Karrers ‹panta rhei›. Aphoristische Dialoge, hauchzarte Klangsprengsel, Mikroemotionen gehen in Stille und Reduktion, ins Kürzest-Aufatmen und Verstummen. Tonlängen und Motivdichtegrade geben hier überraschend die Form. Dialog-Prinzipien werden feinsinnig neu definiert.»

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    Hörenstrasse 38
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